Augenblicke

Blick hinter die Kulissen – das ganz private Interview mit Hans Stolp


Hans Stolp

Hans Stolp

hat als Pfarrer viele Jahre in der Sterbebegleitung und in der Seelsorge gearbeitet. Dabei durfte er immer wieder auch sterbende Kinder auf ihrem Weg in eine andere Welt begleiten. Auch als "Fernsehpfarrer" hat er zahllose Menschen beraten und getröstet. Seine Bücher über das "Leben nach dem Tod" haben Menschen auf der ganzen Welt berührt.

"Wird es nicht Zeit, neu nachzudenken über die vielen bis jetzt ungenannten Folgen der Organspende? Haben Sie den Mut dazu?"

Das Interview führte Petra Danner

Programmleitung Buch
Petra Danner
Hans Stolp

Das Interview

Herr Stolp: Das Thema Sterben und Leben nach dem Tod ist für Sie von besonderer Bedeutung. Sie sind sozusagen so etwas wie ein Kommunikator zur anderen Seite hin ... Woher beziehen Sie all Ihre Erkenntnisse, die in Ihre Bücher einfließen, wie z.B. in "Die ersten 3 Tage im Jenseits"?

Als ich dreißig Jahre alt war, starb mein Bruder, mit dem ich sehr verbunden war. Nach seinem Tod erschien er mir im ersten Jahr drei Mal und machte mir dabei klar, wie glücklich er war. Später durfte ich auch anderen Verstorbenen begegnen. So entstand das Verlangen, verstehen zu dürfen, wie es möglich war, was mir passierte. Ich habe überall gesucht und entdeckte dann das ursprüngliche, esoterische Christentum aus den ersten Jahrhunderten, das später von der Kirche verboten und verurteilt wurde, in unserer Zeit aber allmählich wieder an die Öffentlichkeit tritt. Sobald ich las, was da über den Tod gesagt wurde, wusste ich: Hier finde ich die Antworten, die ich so lange gesucht habe.

Und welche Rolle spielen Engel dabei für Sie?

Auch die Engel habe ich hellsehend wahrnehmen dürfen. Sie sind mir also sehr vertraut. Sie haben mir wichtige Anweisungen gegeben. Ich entdeckte aber auch, dass die Engel nicht die Verantwortlichkeit für mein Leben übernehmen. Ich darf vertrauen auf ihre Hilfe und Inspiration, soll aber die Entscheidungen meines Lebens nicht ihnen überlassen. Ich weiß, dass ich direkt nach meinem Tod meinen Schutzengel sehen werde. Ich freue mich sehr auf diese Begegnung: Je mehr ich seine Wärme und Hilfe spüre, je tiefer wird die Liebe, die uns verbindet.

Sie haben eine klare und starke Verbindung zur geistigen Ebene. Wie erleben Sie diese?

Ich fühle mich mit beiden Welten verbunden: mit der irdischen und der geistigen Welt. Hier auf der Erde habe ich meinen Auftrag zu erfüllen, darf ich Liebe erleben und soll lernen, was ich nur auf der Erde lernen kann. Aber später, wenn die Zeit da ist, werde ich nach Hause zurückkehren und alle meine Lieben, die mir vorausgegangen sind, wiedersehen.

Eine Frage, die mich persönlich aus gegebenem Anlass beschäftigt: Warum ist die Phase des Sterbens, das Zurücklassen der physischen Hülle – sowohl für Mensch wie für Tier – oft so anstrengend, fast wie bei einer Geburt, nur umgekehrt?

Die Phase des Sterbens – unsere zweite Geburt – ist in unserer Zeit oft (nicht immer) anstrengend, weil wir zu wenig auf den Tod vorbereitet worden sind. Der Tod verlangt von uns loszulassen. Das ist eine Lektion, die wir schon während des Lebens lernen sollten und nicht erst mit dem Tod. Auch sollten wir gelernt haben, dass die Liebe das Einzige ist, was wirklich wichtig ist. Alles andere ist relativ. Und wir müssen lernen, auf die Hilfe des Engels zu vertrauen und der Geliebten, die uns vorausgegangen sind, und auf die Hilfe von Christus, der das perfekte Liebewesen selber ist. Wer so vorbereitet ist, wird meistens (aber nicht immer) leichter sterben.

Bekannt wurden Sie in Ihrer Heimat als Rundfunkpfarrer, dann waren Sie eine Zeitlang für todkranke Kinder Sterbebegleiter: Ist das emotional nicht noch schwieriger als bei einem Menschen, der sein Leben schon weitgehend gelebt hat?

Es stimmt, dass es einerseits schwierig ist, ein Kind, das stirbt, loszulassen. Deshalb habe ich mit dieser Arbeit auch nach zehn Jahren aufgehört. Andererseits aber hat diese Arbeit mir viel gegeben. Alle Kinder (bis zum ungefähr 12. Lebensjahr) wissen noch, dass der Tod eine Heimkehr ist in die Welt des Lichts. Das wissen wirklich alle Kinder, ob sie gläubig sind oder nicht, weil sie noch immer spürbar verbunden sind mit der geistigen Welt, von der sie kommen. Ihre größte Angst ist also nicht der Tod, sondern dass sie ihre Eltern loslassen müssen. Ihr Vertrauen und ihre Liebe waren für mich ein Geschenk, das bis heute mein Leben bereichert.

Wo liegen Ihre geistigen Wurzeln? Und was hat Ihren spirituellen Lebensweg besonders beeindruckt oder geprägt?

Ich bin aufgewachsen in einer reformierten Familie und habe Theologie studiert. Ich konnte aber nicht glauben, was ich in der Kirche und an der Universität gelernt habe. Eigentlich alles, was später wichtig geworden ist für mich, habe ich vom Leben selbst gelernt und von alldem, was so viele Menschen mir anvertrauten. Dazu kamen dann später die Bücher von Carl Gustav Jung, die Nag-Hammadi-Schriften und die Bücher von Rudolf Steiner.

Sie sagen auch, dass Demenz ein sinnvoller geistiger Vorgang sein kann. Das wirkt auf einige Menschen durchaus befremdlich oder höhnisch. Wie kommen Sie darauf?

Vom Leben selbst habe ich gelernt, dass nichts im Leben sinnlos ist. Auch nicht die Ereignisse, die für uns erschreckend sind und die wir nicht verstehen können. Das ist übrigens keine leichte Lektion, trotzdem aber eine wichtige. Um darin Sinn zu entdecken, soll man lernen, weg vom Außen und vielmehr dahin zu schauen, was hinter dem Vorhang passiert. Wenn man das macht, entdeckt man bei Demenzkranken diese Verarbeitung der schweren Erfahrungen, die noch immer auf der Seele lasten. Eine demenzkranke Dame, die schon jahrelang bettlägerig war und nichts mehr sagte, wachte kurz bevor sie starb auf und sagte: Jetzt bin ich fertig und kann nach Hause gehen.

Kommen wir nun zu Ihrem neuen Buch: Sie sagen ganz klar, dass gehirntot zu sein nicht heißt tot zu sein!?

Ein hirntoter Mensch atmet noch, sein Blut strömt, sein Herz klopft und sein Körper ist warm. Er ist ein Mensch, der im Koma liegt, er ist aber nicht tot. Diese Definition: ein Mensch, der in einem tiefen Koma liegt, ist hirntot, ist im letzten Jahrhundert in Amerika entstanden, als man Organe brauchte für Organtransplantationen. Diese Organe können aber nur aus einem Körper kommen, der noch atmet, in dem das Herz noch klopft usw. Ein toter Mensch ist also nicht geeignet. Dann hat man begonnen, Menschen, die in einem tiefen Koma lagen, für hirntot zu erklären, um ihnen Organe entnehmen zu können. Es kam aber vor, dass ein hirntoter Mensch wieder aufwachte oder dass eine Frau ein Kind gebar, und ein hirntoter Mann bekam eine Erektion. Kann ein toter Mensch aber aufwachen? Ein Kind gebären? Oder eine Erektion bekommen?

Danke für Ihre spannenden Ausführungen!

©PranaHaus GmbH

Hans Stolp
Organspende
Ende des 20. Jahrhunderts erregte in den USA ein Fall Aufsehen, in dem eine Herzpatientin nach der Einpflanzung eines Spenderherzens von merkwürdigen Bildsequenzen gequält wurde. Es stellte sich heraus, dass es Szenen aus dem Leben des Organspenders waren, der gewaltsam ums Leben gekommen war. Fälle wie diese legen die Annahme nahe, dass menschliche Organe auf irgendeine Weise eine Prägung erhalten, die bei ihrer Weiterverpflanzung offensichtlich erhalten bleibt und übertragen wird. Sollte diese Annahme zutreffen, stellen sich eine Reihe von schwerwiegenden Fragen. Hans Stolp weist in seinem Buch nach, dass das Thema „Organspende“ in der gesellschaftlichen Diskussion um eine Dimension ergänzt werden muss.
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