Augenblicke

Blick hinter die Kulissen - das ganz private Interview mit Dr. Peter Michel


Dr. Peter Michel

Dr. Peter Michel

geboren in Dresden, Studium der Religionswissenschaft, Philosophie und Germanistik, gründete 1981 den Aquamarin Verlag. Neben zahlreichen Veröffentlichungen zum Thema "Esoterische Philosophie" schreibt Dr. Peter Michel Märchen und Geschichten für Erwachsene und Kinder.

Das Interview führte Petra Danner

Programmleitung Buch
Petra Danner
Dr. Peter Michel

Das Interview

PranaHaus und Sie pflegen nun schon eine jahrelange freundschaftliche Verbindung. Erinnern Sie sich noch an die Anfänge?

Als vor Jahrzehnten die Firma Urania in Konkurs ging, beschlossen Herr Kirner, der damalige Chef vom Bauer Verlag, Paul A. Zemp, der Verleger vom Ansata Verlag, und ich, einen neuen Impuls in den Endkundenversand zu geben – und der Bauer Verlag war der Einzige, der das logistisch bewältigen konnte. Es wurde eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit. Seitdem besteht die enge und immer sehr freundschaftliche Bindung zum PranaHaus – durch alle Höhen und Tiefen!

Was waren Ihre ersten Berührungspunkte mit spirituellen Themen bzw. Esoterik?

Ich war 16 oder 17, als ich in der Stadtbibliothek von Hannover meine ersten esoterischen Bücher fand. Es gab damals zwei(!): Paul Brunton – Die Weisheit des Überselbst und Alfred Stelter – PSI-Heilung. Ersteres war im Bauer Verlag erschienen; und als ich einige Jahre später in Freiburg studierte, kam es, durch Bücher-Käufe, zum ersten Kontakt mit dem Bauer Verlag.
Auch das Heilungsbuch, es ging darin hauptsächlich um die philippinischen Heiler, war wegweisend für mich. Das Thema „Geistheilung“ beschäftigt mich jetzt seit fast fünfzig Jahren.

Und wie war Ihre weitere spirituelle Reise?

Ich glaube, man wird nicht zum Verleger seriöser esoterischer Bücher, ohne selbst auf diesem Gebiet Schlüsselerlebnisse gehabt zu haben. Ich durfte schon als ganz junger Mensch außergewöhnliche Menschen mit medialen Begabungen kennenlernen oder Persönlichkeiten, die man mit dem Begriff „Eingeweihte“ nur unzulänglich beschreiben kann.

Ich erinnere mich noch, wie ich ein Medium in Köln kennenlernte. Die Dame war 88 Jahre alt, und als sie die Tür öffnete, dachte ich nur: „Wow! Eine Ahnfrau!“ Ich war dann noch etliche Jahre mit ihr befreundet und hatte die Ehre, sogar ihre Grabrede zu halten. Diese Dame sprach mediale Lebensweiser. 30 Minuten lang – in Versen! Unglaublich beeindruckend! Ich kenne Passagen noch heute auswendig. Sie hatte nur eine Gehirnhälfte! „Die andere ist für die Jeister!“, pflegte sie im breitesten Kölner Dialekt zu sagen. Ich habe ihr und einigen anderen wunderbaren Menschen viel zu verdanken, gerade in meinen frühen Lebensjahren.

Hatten Sie dann auch solche „Aha“-Erlebnisse?

Es war erstaunlich, dass nahezu alle meine wichtigen Lehrerinnen und Lehrer Meditationswege aus dem Osten empfahlen, aber „darüber“ den Kosmischen Christus als das höchste Licht der Erde ansahen. So sehe ich dies persönlich auch heute noch. Auch das Verlagssymbol von Aquamarin enthält den Lotos (für die Weisheit des Ostens) und das Kreuz (für die Weisheit des Westens). Der Aquamarin an sich ist ein Edelstein, der das Licht filtert. So verstehen wir auch unsere Arbeit im Verlag, den ich mit meiner ersten Frau 1981 gegründet habe und seit vielen Jahrzehnten mit meiner Schwägerin führe.

Das „weibliche Element“ war für meinen persönlichen Weg und auch für meine Arbeit außerordentlich bedeutsam. Ich verdanke ihm viel Inspiration. Heute schreibe ich Bücher zum Thema Heilung mit meiner zweiten Frau. Das alles empfinde ich als Geschenk!

Ich nehme an, Sie haben auch einige „Meister“ kennenlernen können. Welche war Ihre eindrucksvollste Begegnung?

Es ist für Außenstehende ja nicht aufschlussreich, Namen zu nennen, die heute keiner mehr kennt. Manche „große Seele“ tritt nie ins Licht der Öffentlichkeit! Von den bekannten Namen möchte ich vier nennen, die mich sehr geprägt haben. In der christlichen Tradition war es die amerikanische Mystikerin Flower A. Newhouse. Sie ist der einzige Mensch, dem ich geglaubt habe, wenn sie mir beschrieb, wie sie dem „kosmischen Christus“ von Angesicht zu Angesicht begegnet ist. Weihnachten mit ihr zu verbringen, dürfte für jeden, der es einmal erleben durfte, unvergesslich geblieben sein. Von den östlichen Meistern schätze ich vor allem Lama Anagarika Govinda. Als ich ihn traf, dachte ich spontan: „Ein buddhistischer Sokrates!“ Wahrhaft ein Weiser! Ich bin dankbar, dass wir heute sein Werk verlegerisch weiter betreuen dürfen.
Ich hatte das große Glück, zweimal den Dalai Lama zu Privataudienzen treffen zu dürfen – einmal in Salzburg und einmal in Indien. Wenn er einem seine Hand auf den Arm legt, dann jagen da 100.000 Volt durch. Der Mann verfügt über eine unfassbare geistige Energie!
Und vielleicht die tiefste Begegnung war jene mit Krishnamurti in Saanen. Es lässt sich ja schwer in Wort fassen; aber für mich war das die „göttlichste Kraft“, die mir je begegnet ist! Ich habe fast eine Woche in einem erweiterten Bewusstsein gelebt. Das hat mich so bewegt, dass ich mittlerweile zwei Biographien über ihn geschrieben habe. Seine Bücher gehören unzweifelhaft zum Besten, was die letzten 100 Jahre an spiritueller Literatur hervorgebracht haben. Wir haben vor einem Jahr versucht, seine wichtigsten Werke in einer Ausgabe „Ausgewählte Werke“ der Nachwelt zugängig zu machen. Ich glaube, die Werkausgabe wird einmal zu den Büchern gehören, die von unserer Verlagsarbeit erhalten bleiben!

Wie kamen Sie denn dann darauf, selbst Verleger zu werden?

Ich hatte anfangs gedacht, mein leider viel zu früh verstorbener guter Freund Paul A. Zemp vom Ansata Verlag würde mein Verleger werden; aber es kam dann anders. Von verschiedenen Seiten kam geradezu ein „Auftrag“, selber einen Verlag zu gründen. Und das taten meine damalige Frau und ich dann auch; ohne irgendeine Ahnung von den rechtlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten zu haben. Aber wir haben immer das Gefühl gehabt: Es liegt ein Segen auf unserer Arbeit!

Und wie kam es dann zu „Crotona“?

Zwei Gründe waren dafür ausschlaggebend: Zum einen waren wir sehr unglücklich über bestimmte Entwicklungen in der „Eso-Szene“. Da wurden Bücher veröffentlicht, die ich inhaltlich für unverantwortlich hielt. Davon wollten wir uns abgrenzen. Dazu kam, dass seit etwa zehn Jahren eine faszinierende Begegnung zwischen Naturwissenschaft und Spiritualität stattfindet. Vor allem in der Physik und in der Medizin. Dem wollten wir auch verlegerisch Rechnung tragen. Und wer stand am Anfang dieser Begegnung zwischen Wissenschaft und Esoterik und gab Letzterer sogar ihren Namen? Pythagoras? Und wo lag seine Akademie? In Crotona, in Süditalien. So entstand der Crotona Verlag, der die Synthese zwischen den beiden Welten fördern will. Ich war dann mit Annette Wagner, mit der zusammen ich den Crotona Verlag gegründet habe, in Crotona. Es war ein bewegendes Erlebnis auf den Spuren von Pythagoras!

Was muss ein gutes Manuskript oder Buch für Sie haben, damit es in Ihre Verlagsphilosophie passt? Welche Auswahlkriterien legen Sie an?

Es mag vielleicht seltsam klingen: Aber die Bücher oder Autoren finden uns! Wir wissen manchmal umgehend, dass ein Buch zu uns gehört. Da können Autoren schon einmal in zehn Minuten eine Zusage bekommen. Diese Bücher tragen ein gewisses LICHT. Und das ist ja auch ihre Aufgabe: Die Leserinnen und Leser wieder auf dieses LICHT hinzuweisen. Was kann es beruflich Schöneres geben?

Was macht auch noch nach all den Jahren für Sie die „Faszination Buch“ aus? Wird man nicht doch auch einmal müde?

Ich muss zugeben, dass mich die „Kommerzialisierung der (Pseudo-)Esoterik“ manchmal erschüttert. Was da in Teilen abläuft, ist unfassbar. Ich hätte mir so etwas 1981, als wir anfingen, nicht in meinen schlimmsten Albträumen vorstellen können. Doch dann gibt es wieder so wunderbare Begegnungen: Wir bringen im Herbst ein Buch heraus, das "sternenflüstern" heißen wird. Es sind Botschaften, die ein bekannter Schweizer aus lichten Sphären empfängt. Wunderbare, tief inspirierte Texte. Dann empfinden wir wieder den Segen, der auf unserer Arbeit liegt!

Was lesen Sie denn momentan? Was liegt quasi auf Ihrem Nachttisch?

Ich muss zugeben – ich hoffe es ruiniert meinen guten Ruf bei PranaHaus nicht – dass ich deutsche Lokalkrimis mag: Kommissar Jennerwein oder der schrullige Kluftinger aus dem Allgäu. Herrlich! Und wenn Commissario Brunetti bei Donna Leon ermittelt, dann kriege ich so eine „italienische Sehnsucht“. Aber vielleicht ist für jemanden, der sich praktisch 365 Tage im Jahr mit esoterischer Literatur beschäftigt, ein kleiner Kontrast geradezu heilsam ...

Sie schreiben selbst auch immer mal wieder … Ihr neuestes Werk haben Sie zusammen mit Ihrer Frau verfasst. Was genau kann ich mir denn unter einem „universellen Heilungsfeld“ vorstellen?

Wir kennen den „Feld-Gedanken“ ja aus der Physik. Jeder kennt bspw. Magnetfelder. Auch in der Biologie sind wir mit der Idee eines „Morphogenetischen Feldes“ vertraut, wie es Rupert Sheldrake entwickelt hat. Das „Universelle Heilungsfeld“ ist gewissermaßen ein göttliches Kraftfeld, das segensreich auf ALLE Heilungsbemühungen einwirkt. Es ist gleichsam die „Heilkraft der Liebe“; und es bedarf eines liebevollen Herzens, um damit in Berührung zu kommen. Diese LIEBE ist zugleich die Essenz dessen, was die alten Meister der Antike ESOTERIK nannten!

Man spürt, dass Sie das, was Sie verkaufen, auch selbst leben. Ganz herzlichen Dank für diese kleine persönliche Zeitreise und den Einblick in Ihr Werden und Schaffen!

©PranaHaus GmbH

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