Shoyoroku
Von Wolfgang Walter, E'un-Ken (Wolke der Weisheit)

Shoyoroku Nr. 42


Nehmen und loslassen

Diop: Sie sagten, alles in unserem Leben sei nur Lockmittel. Ich kann das bis zu einem bestimmten Teil nachvollziehen. Aber was ist mit unserem Körper?

WW: Die Frage nach dem Körper, bzw. unserem „wahren Leib“ ist eine zentrale Frage im Zen. Meister Nanyo hat versucht, uns eine Antwort darauf zu geben.

Diop: Wer ist dieser Meister Nanyo?

WW: Bei dem chinesischen Meister Nanyo Chu Kokushi handelt es sich um Meister Nanyo Echu. Er war Schüler von Hui-neng, dem berühmten sechsten Patriarchen Hui-neng, der als der eigentliche Vater des chinesischen Zen angesehen wird.

Diop: Was wissen Sie über Nanyo?

WW: Nanyo war ein stiller, in sich gesammelter Mensch. Er fiel schon als Knabe durch seine Introvertiertheit auf. Es wird berichtet, dass er bis zu seinem sechzehnten Lebensjahr kein Wort gesprochen hat und niemals über die Brücke hinausgegangen ist, die vor dem Tor des väterlichen Hofes auf die Straße führte. Dann aber hat er eines Tages draußen einen Zen-Meister vorbeigehen sehen. Zum Erstaunen seiner Familie ist er plötzlich hinausgerannt, hat sich vor dem fremden Wanderer tief verneigt, ihn eingeladen und gebeten, er möge ihm doch dabei helfen, Mönch zu werden. Der Meister, der sofort bemerkte, dass er es mit keinem gewöhnlichen jungen Mann zu tun hat, ist darauf eingegangen und hat ihn gleich an den besten Meister seiner Zeit, an Hui-neng, verwiesen. So wurde der Junge beim Sechsten Patriarchen Schüler.

Diop: Erkannte Hui-neng auch diese Begabung?

WW: Ja. Er sagte voraus, er werde ein „allein in der Welt stehender Buddha“ sein. Nanyo legte das Mönchsgelübde ab und übte sich, bis ihn der Meister auf die Wanderschaft entließ. Er fand ein Tal in der Provinz Honan, wo er im Wald auf eine Quelle gestoßen war und verbrachte dort über vierzig Jahre, um seine Zen-Erfahrung weiter zu vertiefen. Nicht ein einziges Mal ging er aus seinem Tal heraus. Sehr schnell verbreitete sich der Ruf von seiner Gelehrsamkeit und seinem heiligen Wandel in der näheren und ferneren Umgebung und es kamen viele, um bei ihm zu lernen. Es wird berichtet, dass er sich vor keinem noch so hohen Besuch von seinem Sitz erhob oder ihm entgegenging. Im Jahr 761 bat Kaiser Su-dsung den nun bald Hundertjährigen durch ein Schreiben, in seine Residenz in Tschang-an zu kommen, um die Leitung des Klosters „Zum tausendfachen Glück“ zu übernehmen und Lehrvorträge zu halten. Nanyo folgte der Aufforderung und wurde im kaiserlichen Palast mit höchsten Ehren empfangen. Hier redete er, wie er es gewohnt war, frei und unverblümt von der richtigen Art, Menschen zu führen und ein Land in Ordnung zu halten, so eindringlich, dass ihm der Kaiser während des Zuhörens, innerlich bewegt, immer näherrückte. Beim Abschied, als der Meister wieder fortfuhr, setzte sich der Kaiser sogar zu diesem auf den Wagen, so dass die Hofbeamten an solchem Verstoß gegen das Zeremoniell Ärgernis nahmen. Doch Su-dsung verordnete, dass Nanyo die Freiheit haben solle, sich jederzeit auf der Sänfte bis ins Innere des Palastes hineintragen zu lassen. Dabei blieb es auch, als ein Jahr später der Kaiser gestorben war und sein Sohn Dai-dsung dem Meister ein anderes Kloster angewiesen hatte. Als Meister zweier Kaiser erhielt Nanyo als erster Zen-Meister den Ehrentitel „Landesmeister“, jap. Kokushi, und wird im Zen deshalb im Allgemeinen auch Chu Kokushi genannt. Dieser Nanyo wurde einmal von einem Mönch gefragt: „Welches ist der wahre Leib des Vairochana Buddha?“

Diop: Was bedeutet das Wort „Vairochana“?

WW: „Vairochana“ wird im Sanskrit wörtlich übersetzt mit „der Sonnengleiche“ und bezeichnet einen der fünf transzendenten Buddhas. Vairochana stellt im Zen den Buddha der Höchsten Erleuchtung dar und ist ein Sinnbild des reinen, von allen Illusionen befreiten Erleuchtetseins.
Im Podium-Sutra steht geschrieben: „In eurem eigenen Wesen erscheinen alle Dinge, denn sie sind alle in eurem Wesen. Gibt man dem einen Namen, so nennt man es den reinen Leib der Lehre.“ Welches ist der wahre Leib des Höchsten Buddha, will der Mönch wissen, aber statt einer wunderbaren Antwort erwidert Nanyo nur: „Reich mir den Wasserkrug.“

Diop: Das erinnert mich sehr stark an Joshu und die Essschalen. Und was tat der Mönch?

WW: Der Mönch reichte ihm den Wasserkrug.

Diop: War Nanyo damit zufrieden?

WW: Nein. Kokushi sagte: „Stell ihn wieder zurück!“

Diop: Ich weiß nicht, was ich davon halten soll.

WW: Der Wasserkrug ist das Alltäglichste der Welt. Er wurde damals gewöhnlich zum Reinigen der Hände verwendet. „Reich mir den Wasserkrug.“ verdeutlicht, dass Nanyo’s Bewusstsein „nichts“ ist, weder Illusion noch Erleuchtung, weder Religion noch Philosophie. Und doch leuchtet es in diesem Bringen und Zurückstellen klar und deutlich auf.

Diop: Vielleicht will er auch damit zum Ausdruck bringen: Mit einem solchen Zeug will ich nichts zu tun haben.

WW: Ich glaube, es genügt, sich die Hände zu waschen, den Wasserkrug zu holen oder den Krug wieder zurückzustellen - das ist die Verwirklichung unseres wahren Geistes. Darin liegt nichts Mysteriöses oder Geheimnisvolles. Das ist reines So-Sein. „Den Wasserkrug holen“ ist die vollkommene Manifestation der Buddha-Natur. Bodhidharma sagte einmal: „Wenn es also nichts anderes ist, ist dieser Körper dein wirklicher Körper. Und dieser wirkliche Körper ist dein Geist. Dieser Geist hat sich über zahllose Kalpas hindurch seit dem anfangslosen Anfang nie verändert. Er hat nie gelebt und ist nie gestorben, ist nie in Erscheinung getreten und nie verschwunden, hat nie zugenommen und nie abgenommen. Er ist nicht rein oder unrein, gut oder böse, vergangen oder zukünftig. Er ist nicht wahr oder falsch, nicht männlich oder weiblich. Er erscheint nicht als Mönch oder als Laie, als Fortgeschrittener oder Anfänger, als Weiser oder Narr, als Buddha oder gewöhnlicher Mensch. Er strebt nicht nach Erleuchtung, noch erleidet er Karma. Er hat weder Muskelkraft noch Form. Er ist wie Raum. Man kann ihn nicht besitzen. Man kann ihn aber auch nicht verlieren. Seine Bewegungen können weder durch Berge noch Flüsse oder Felswände aufgehalten werden. Seine unaufhaltsame Bewusstseinskraft durchdringt den Berg der Fünf Skandhas und durchquert den Fluss des Samsara. Kein Karma kann diesen wirklichen Körper beeinflussen. Doch dieser Geist ist subtil und schwer zu sehen. Er ist nicht mit unserem sinnengebundenen Bewusstsein identisch. Alle sagen, sie möchten diesen Geist sehen. Dabei gibt es so viele Menschen wie Sandkörner im Ganges, die ihre Hände und Füße in seinem Lichte bewegen. Doch frage sie, sie wissen es nicht. Sie sind wie Marionetten. Dieser Geist steht ihnen unausgesetzt zur Verfügung. Warum sehen sie ihn nicht?“

Diop: Das ist genau meine Frage: Warum sehen wir diesen wahren Leib nicht?

WW: Die Antwort ist: Weil wir in unserer Alltagswelt die Dinge getrennt voneinander sehen, sie stehen im Gegensatz zueinander, so wie Körper und Geist. Das nennt man Dualismus. Dieser Dualismus ist es, der uns die Dinge dieser Welt nur eingeschränkt sehen lässt. „Der leere Schein-Leib ist der wahre Dharma-Leib“ heißt es im zweiten Vers des Shodoka. Wir sind der Meinung, dass die von unserem Alltagsbewusstsein wahrgenommene Welt die Wirklichkeit ist. Aber die Welt ist nicht so, wie unser Ego sie uns vorgaukelt. Das ist auch der Grund für unsere Probleme im Alltag. Wir befinden uns in einer Welt der Täuschungen, die in der Mystik oft als „Traum“ bezeichnet wird. Das vierzigste Koan im Hekiganroku spricht von diesem Traum: Der hohe Beamte Rikuko befand sich im Gespräch mit Nansen. Rikuko sagte: „Der Dharmalehrer Jo hat gesagt: ‘Himmel-und-Erde und ich haben ein und dieselbe Wurzel; das All und ich sind ein einziger Leib.’ Dies ist doch wunderbar.“ Nansen wies auf die Blumen im Garten. Sprach Rikuko an und sagte: „Die Leute dieser Zeit betrachten diesen Blütenstrauch wie im Traum.“
Die Ur-Wirklichkeit, zu der wir erwachen müssen, ist: ‘Himmel-und-Erde und ich haben ein und dieselbe Wurzel; das All und ich sind ein einziger Leib.’ Unsere Aufgabe ist das Transzendieren des leeren Schein-Leibs und des wahren Leibs. Ein alter Zen-Meister hat zum siebenundvierzigsten Koan des Mumonkan folgenden Vers geschrieben: „Der Leichnam ist hier. Wo ist der Mensch? Wahrlich, ich weiß, dass der Geist nicht in diesem Sack aus Haut ist.“
Und ein anderer Zen-Meister sagt dazu: „Dieser Leichnam ist, so wie er ist, der Mensch. Der Geist ist der Sack aus Haut. Der Sack aus Haut ist der Geist.“

Diop: Er will damit sagen: Leib und Geist sind eins.

WW: Ja. Yuanwu sagte einmal: „Du musst begreifen, dass das, worum es geht, sich nicht in Worten und Sätzen findet. Es gleicht dem von einem Feuerstein sprühenden Funken oder dem Zucken eines Blitzstrahls. Wie immer du damit zurechtkommst: um das Loslassen von Leib und Leben kommst du nicht herum.“
Wir kommen nicht darum herum, den Großen Tod, den Ego-Tod zu sterben. Es gibt von Meister Hakuin eine berühmte Übungsanweisung: „Meine lieben, teuren Freunde! Sterbt einmal, solange ihr noch am Leben seid. Dann könnt ihr wirklich leben und werdet nie wieder sterben.“
Dann aber wird der Alltag Erleuchtung sein, und Erleuchtung wird Alltag sein. Wir sollten den Alltag nicht als etwas Zweitrangiges betrachten. Gerade hier offenbart ES sich. Wo sollte es sich sonst zeigen?

Diop: Gibt es dazu auch Parallelen in der christlichen Mystik?

WW: Ja natürlich. Ähnliches meint auch Meister Eckehart, wenn er sagt: „Wer Gott so - gemeint ist im Sein - hat, der nimmt Gott göttlich, und dem leuchtet er in allen Dingen; denn alle Dinge schmecken ihm nach Gott, und Gottes Bild wird ihm aus allen Dingen sichtbar. Dieser Mensch findet weit mehr Lob vor Gott, weil er alle Dinge als göttlich und höher erfasst, denn sie in sich selbst sind. Dies kann der Mensch nicht durch Fliehen lernen, indem er vor den Dingen flüchtet und sich äußerlich in die Einsamkeit kehrt; er muss vielmehr eine innere Einsamkeit lernen, wo und bei wem er auch sei. Er muss lernen, die Dinge zu durchbrechen und seinen Gott darin zu er­greifen und den kraftvoll in einer wesenhaften Weise in sich hineinbilden zu können.“

Diop: Welches ist also der wahre Leib des Vairochana Buddha?

WW: So fragte auch der Mönch noch einmal. Kokushi antwortet: „Der alte Buddha ist schon längst gestorben“.

Diop: Was bedeutet das?

WW: Diese Aussage hat mehrere Bedeutungen. Die oberflächlichste ist vielleicht die, dass Shakymamuni Buddha bereits lange tot ist.

Diop: Und wenn man in die Tiefe schürft?

WW: Dann stirbt nichts. Da ist dann kein Unterschied mehr zwischen Buddha und einem Alltagsmenschen, zwischen erleuchtet oder nicht erleuchtet. „Der alte Buddha ist schon längst gestorben“ bedeutet: Da ist nur noch reines So-Sein: Essen, Trinken, Gehen und die tägliche Arbeit erledigen, die Dynamik des Lebens. Das ist der Zugang zu unserem Wahren Wesen, der uns den Blick für die Wunder des Alltags erschließt. In dieser Welt haben sich weder der Mönch noch der Wasserkrug bewegt. In dieser Welt ist weder etwas geboren noch ist irgendetwas gestorben.
Das Koan könnte auch lauten: Mönch: „Was ist meine wahre Natur?“ Kokushi: „Dynamik und leere Form.“ Mönch: „Was ist meine wahre Natur?“ Kokushi: „Nichts bleibt, keine Form, keine Leerheit.“

Diop: Darf ich sie einmal etwas ganz Intimes zur Lösung der Koans fragen?

WW: Nur heraus damit.

Diop: Ich würde gerne wissen, was Sie Ihren Schülern mit auf den Weg geben, wenn sie mit Koans beginnen.

WW: Sie meinen, was ich Ihnen im Dokusan-Raum dazu sage?

Diop: Ja. Ich möchte natürlich nicht, dass sie mir irgendwelche geheime Dinge verraten, denn ich weiß ja, dass all das, was im Dokusan-Raum besprochen wird, auch da bleiben soll.

WW: Nun, es gibt zwei verschiedene Anlässe, wann ich einem Schüler rate, mit Koans zu beginnen. Der eine ist der, dass er bereits tiefe Erfahrungen auf seinem Weg gemacht hat und der andere, dass ich ihm helfen will, in den Bereich der Erfahrungen vorzudringen.

Diop: Den zweiten Anlass verstehe ich nicht ganz.

WW: Lassen Sie mich es einmal genauer erläutern. Die meisten Menschen, die sitzen, sprechen von Berg- und Talfahrt, das heißt, es geht bei Ihnen innerlich ständig auf und ab. Bei den anderen hingegen passiert überhaupt nichts. Sie sitzen und sitzen, aber ihr Zustand gleicht eigentlich einer geraden Linie. Die einen wünschen sich, dass sich die Berg- und Talfahrt endlich aufhört und sie in einen Bereich kommen, wo alles ganz ausgeglichen ist. Die anderen sagen, bei mir passiert überhaupt nichts. Denen will helfen. Ich bin dabei wie eine Hebamme, die die Geburt einleitet, indem ich sie an einen Wehentropf hänge.

Diop: Welches Koan geben sie diesen Menschen?

WW: Das Koan: Lasse den Ton einer tausend Meilen entfernten Glocke verstummen.

Diop: Was sagen Sie diesen Menschen, wie sie mit dem Koan umgehen sollen?

WW: Drei Dinge: Erstens, ich bin das, zweitens, es ist ganz konkret und drittens, es ist ganz einfach.

Diop: Könnten Sie das etwas genauer ausführen?

WW: Nehmen wir an, Sie wären solch ein Zen-Schüler, dann würde ich folgendes sagen: „So wie Du vorher in den Atem hineingegangen bist und ganz der Atem warst, so gehe jetzt in das Glocken-Bewusstsein hinein, bis du ganz die Glocke bist. Ich meine nicht, dass du dich mit einer Glocke identifizieren sollst, so, wie sich ein Schauspieler mit einer Rolle identifiziert, die er spielt, aber im Hintergrund genau weiß, ich bin das nicht. Es ist ein großer Unterschied, ob ich mich mit etwas identifiziere, oder ob ich das wirklich und leibhaftig bin. Wenn kein Unterschied, auch nicht um Haaresbreite ist, dann ist es sehr einfach, den Klang der Glocke verstummen zu lassen. Damit sind wir schon beim zweiten Punkt, der Einfachheit. Jedes Koan ist ganz einfach. Wenn du den Zen-Weg gehst, bedeutet das nicht einen Aufstieg, sondern einen Abstieg. Du musst wieder ganz auf die Erde zurückkommen und in die Einfachheit eines Kindes eintauchen. Es genügt dabei, verstandesmäßig nicht älter als vier oder fünf Jahre alt zu sein.

Diop: Haben Ihre Schüler dabei nicht Hemmungen?

WW: Ja natürlich. Es ist ein ganz neuer und einfacher Zustand.

Diop: Und der dritte Punkt?

WW: Der dritte Punkt ist das ganz Konkrete. Das Konkrete einer Glocke, das Wesen einer Glocke ist der Klang, so wie das Wesen des Feuers das Brennen ist. Wenn ein Feuer nicht brennt, ist es kein Feuer mehr, sondern Glut oder Asche. Das Wesen eines Pfluges ist das Pflügen, sonst ist er wertlos.

Diop: Sie meinen mit dem Konkreten das Wesen?

WW: Ja. Damit kommen wir zu einem ganz wichtigen Punkt.

Diop: Welchen Punkt meinen Sie?

WW: Was ist das Wesen des Menschen? Was ist mein tiefstes Wesen? Es ist Lebendigkeit. Und diese Lebendigkeit offenbart sich in purer Dynamik. Wenn Sie genau hinschauen, bewegt sich alles. Da ist der Atem, das Hören, die Gefühle, der Schmerz, alles.

Diop: Aber was ist, wenn Sie tot sind?

WW: Fragen Sie mich danach, wenn es soweit ist. Im Augenblick lebe ich, alles andere ist reine Spekulation.

Diop: Gibt es noch andere wesentliche Gesichtspunkte, die Sie ihren Schülern mit auf den Weg geben?

WW: Ja. Ich sage Ihnen, dass es bei dem Umgang mit Koans nie um die Lösung an sich geht, sondern darum, was dieses Koan in mir auslöst. Wenn ich ganz Glocke bin, was löst das in mir aus, was bringt es zum Klingen? Wenn ich ganz Feuer bin, wenn ich ganz brenne, was bewirkt dieses Feuer? Die Lösung selbst ist ganz einfach, wenn ich nicht ständig Druck mache. Eine Schülerin von mir, der ich kürzlich Koans gab, wollte mir das Koan-Buch sofort wieder zurückgeben.

Diop: Warum?

WW: Weil plötzlich ihre heile Welt Risse bekam, so wie eine Betondecke Risse bekommt und aufbricht, damit das andere herauskommen kann. Endlich kam etwas in ihr in Bewegung. Aber wir können den Weg nicht wieder zurück, wenn wir einmal begonnen haben, ihn zu gehen. Wir können die Zeit nicht zurückdrehen und Erfahrungen ungeschehen machen. Wir können nur weitergehen, vertrauensvoll weitergehen. Wir sind wie Menschen, die von einem Schiff gesprungen sind und zu einer Insel schwimmen, die sie noch nicht sehen können, von der sie aber überzeugt sind, dass es dort besser sein wird. Zurück können sie nicht mehr, weil das Schiff verschwunden ist. Sie können nur noch vorwärts schwimmen. Dieses Schwimmen, das ist diese Dynamik, von der ich so oft spreche, das ist das pure Leben. Nicht rückwärts schauen, sondern weiter und immer weiter, ganz vertrauensvoll. Dann werden Wunder über Wunder geschehen und der richtige Mensch wird zur Stelle sein, um zu helfen. Wir müssen nur loslassen.

Diop: Aber spielt da nicht die Angst eine große Rolle?

WW: Natürlich. Es ist eine Angst vor dem, was geschehen könnte, die Angst vor dem Fehlen von Kontrolle. Bin ich, wenn es soweit ist, völlig hilflos dem, von dem ich nicht weiß, was es ist, ausgeliefert? Was ist, wenn ich wirklich vollkommen loslasse? Wer fängt mich auf oder falle ich in einen bodenlosen Abgrund? Es sind viele Ängste. Aus diesem Grund gibt es den Zen-Lehrer, der einen beruhigt und sagt: Du musst keine Angst haben, du wirst aufgefangen. Du kannst jederzeit zurück in dein Ich-Bewusstsein, wenn Du es für nötig hältst. Du bist nicht in einem Zustand der Hypnose, wo du nicht mehr weißt, was du tust. Es ist immer dieser zweifelnde Geist, dieses tausendfache Gewebe, worin wir uns ständig verheddern. Wir zappeln darin herum, bis wir am Ende völlig erschöpft und verzweifelt sind. Tausend Meilen vor unseren Augen ist kein rettendes Ufer in Sicht. In einer tiefen Erfahrung jedoch handeln wir absolut richtig, aber dies ist nur jenseits jeden gewollten Handelns möglich. Wir werden uns wie Fische im Wasser bewegen, die sich selbst und das Wasser vergessen haben.

Diop: Das klingt wunderschön.

WW: Das ist es auch. Und jeder, der das erfahren hat, wird dies auch bestätigen.

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