Augenblicke

Blick hinter die Kulissen - das ganz private Interview mit Luisa Francia


Luisa Francia

Luisa Francia

laut Spiegel die einzig ernst zu nehmende Magierin, ist Schriftstellerin, Künstlerin, Zauberkundige und Reisende. Sie hat eine erwachsene Tochter, spricht fünf Sprachen und hat über dreißig Bücher veröffent-licht, darunter einige Bestseller, macht Seminare, unterrichtet Yoga, hält Lesungen und Vorträge, die sich hauptsächlich mit Magie als Kommunikation und als Weg zum tieferen Verständnis spiritueller Energien beschäftigen.

Das Interview führte Petra Danner

Programmleitung Buch
Petra Danner
Luisa Francia

Das Interview

PranaHaus: Liebe Frau Francia, das Thema „Gutes Sterben“ ist ja nun ein ganz neues Feld, in dem Sie schreiben. Wieso das?

Ich habe mich schon länger mit dem Thema beschäftigt, nach dem Unfall vor vielen Jahren und als ein Eierstocktumor festgestellt wurde. Aber ganz aktuell hat es natürlich mit meiner Mutter zu tun, die ich mit meiner Schwester zusammen bis zu ihrem Tod pflegte.

Von der Magie zum guten Sterben ist ja nicht unbedingt eine logische Folgerung, warum wollten Sie dieses Buch schreiben?

Ich finde sogar, dass Magie und Tod sehr eng zusammenhängen – wenn ich mich nicht mit der Vergänglichkeit der Materie und der Bedeutung der nicht-körperlichen Ebenen auseinandersetze, habe ich doch von Magie gar nichts verstanden

Ihr eigenes „fast-gestorben-Erlebnis“ ist der Einstieg ins neue Buch. Es liest sich erst mal recht humorvoll. War das so etwas wie ein „Schlüsselerlebnis“? Was hat das bei Ihnen ausgelöst?

Es war auf jeden Fall ein Schlüsselerlebnis, vorher habe ich von Heilung nicht viel verstanden, danach war ich wie neu zusammengesetzt. Ich habe auf die andere Seite geschaut und seitdem ein anderes, lebendigeres, lustigeres Verhältnis zum Leben.

Gab es auf Ihrem Weg einen Punkt, der Sie entscheidend voranbrachte?

Mehrere. Die Geburt meiner Tochter war sicher ein wesentliches Ereignis, auch meine Erfahrungen mit Magie und vor allem mit der Manipulation in Afrika haben mich sehr geprägt. Vorangebracht – so würde ich es nicht sehen. Ich bin immer noch hier.

Pflege und Sterbebegleitung, vor allem bei einer geliebten nahestehenden Person, kann sehr kräftezehrend sein. Was tun Sie, um immer wieder Kraft zu tanken, Ihre Batterien aufzuladen?

Meine Mutter ist mittlerweile gestorben und – ja, es war sehr kräftezehrend. Ich konnte mich aber immer wieder in Portugal regenerieren, wo ich in Alentejo genau da angekommen bin, wo ich immer sein wollte: ein Arsch-der-Welt-Gefühl, weit weg von allem, tief spirituelle Energien, Steinkreise, Eichen, Olivenbäume und Steine, einfach wunderbar.

Sie wurden vom Spiegel als Deutschlands einzig-e wahre Magierin bezeichnet. Was hat Sie denn zur Magie gebracht?

Ich war schon immer im Zauberreich, schon als Kind – wie übrigens fast alle Kinder. Nur werden die meisten Kinder daraus vertrieben, während in unserer Frauenfamilie (Großmutter, Tante, Mutter, Schwester und ich) so etwas wie normale Langeweile gar nicht erst aufkam. Das war auch anstrengend, aber eben sehr frei. Ich durfte „spinnen“ und träumen. Und meine Oma war eine „Kartenschlägerin“, so nannte man das damals, wenn „die falsche Person“ über „den grünen Weg“ kam. Das hat mich schon als Kind fasziniert. Mein erstes Buch war deshalb auch das „Hexentarot“.

Sie schreiben ein Online-Tagebuch. Warum?

Ich habe wahrscheinlich eins der ältesten Internet-Tagebücher überhaupt, seit 1999 nämlich. Eigentlich fing ich damit an, weil ich mit dem Briefeschreiben an meine LeserInnen nicht mehr nachkam und der damalige Freund meiner Tochter mir sagte, dass im Internet die Zukunft liegt. Er hatte recht. Es macht auch großen Spaß, mir immer wieder zu überlegen, was genau ich schreiben will. Ich gehe das schon ein bisschen journalistisch an, das finde ich im Netz wichtig.

Wie ist Ihr eigener spiritueller Weg verlaufen?

Die Magie der Kindheit verblasste natürlich mit der politischen Bewegung. Ich engagierte mich in einer Frauengruppe und in linker Politik. Aber die Sehnsucht nach dieser spirituellen Ebene, die mir wirklich fehlte, brachte mich dazu, die Verbindung zur Natur wieder aufzunehmen. Ich arbeitete ja im Kollektiv der Frauenoffensive (Gründung eines feministischen Verlags 1974, im selben Jahr, als meine Tochter geboren wurde). 1979 drehte ich einen dokumentarischen Spielfilm über die Hexenverfolgung im Mittelalter. Die Zeitschrift „Brigitte“ machte eine Geschichte über mich und schrieb auf dem Titel „Eine Frau bekennt: Ich bin eine Hexe“. Ganz so war es nicht. Ich sagte: „Wenn diese Frauen Hexen waren, bin ich auch eine.“

Sind Sie also so etwas wie „angekommen“?

Mein Leben ist vollkommen stimmig, ich fühle mich verbunden und lebendig. Ich wüsste nicht, warum ich etwas anderes machen sollte.

Was war das wichtigste Buch auf IHREM Weg?

Bücher, die den Freiraum der Frauen beschrieben, „Ich träume weiblich“ von Barbara Starrett und natürlich „Häutungen“ von Verena Stefan, aber auch Märchen. Vielleicht das wichtigste Buch, das ich immer noch gern lese „Die güldene Kette“, das Märchen aus aller Welt erzählt. Ich bekam es zu Weihnachten, als ich acht Jahre alt war. Märchen sind einfach genial zum Träumen und Weiterdenken.

Und was lesen Sie aktuell?

Zurzeit lese ich von Cambra Skadé wieder „Die schamanische Kraft im Alltag“ und „Eine Reise ins Land der Närrin“. Großartig. Auch „Narrensprünge“ von Margarete Petersen lese ich wieder. Ich mag es, wenn die Wirklichkeit durcheinandergebracht wird. Aber eben auch Bettina Louise Haases Buch über die Kräuterfrauen ist sehr anregend, weil man das ganze Jahr gut begleitet wird.

Möchten Sie unseren Lesern noch eine persönliche Botschaft mit auf ihren Weg geben?

Das Wichtigste in der spirituellen und in der magischen Ebene ist das Spielerische. Wer zu dogmatisch an Regeln festhält, hat nichts verstanden. Rituale und Beschreibungen, wie was zu machen ist, sind doch nur das Gerüst. Das Wichtigste ist die Essenz, die über die Hilfskonstruktionen erscheint. Wenn die da ist, kann man sich auch die ganzen zeremoniellen Geschichten sparen (obwohl die doch sehr lustvoll sind).

Ganz herzlichen Dank, Frau Francia!

©PranaHaus GmbH

Luisa Francia
Wer nicht alt werden will, muss vorher sterben
Gutes Sterben – was ist das? Luisa Francia beleuchtet Alter und Sterben aus ihrer Sicht als Tochter, die ihre alte Mutter pflegt und bis zum Tod begleitet. Offen, schonungslos und fernab der heilen Welt der Hochglanzprospekte beschreibt sie, wie kräftezehrend die Pflege Angehöriger ist, die wie Pflegesituation in Heimen heutzutage aussieht und welche Konsequenzen sie für sich daraus gezogen hat. Dabei stellen sich ihr zwei Fragen: Wie können wir gut alt werden und vor allem dann auch gut sterben? In ihrem eigenen Stil gibt sie Mut machende Anregungen für das Alter, den spirituellen Umgang mit dem Alterungsprozess und der Vorbereitung auf den eigenen Tod. Gemeinsam mit Luisa Francia kann man sich mit diesem Thema früh genug und mit heiterer Inspiration auseinandersetzen.
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