Augenblicke

Blick hinter die Kulissen - das ganz private Interview mit Barbara Rütting


Barbara Rütting

Barbara Rütting

Barbara Rütting, Jahrgang 1927, ist Schauspielerin, Bestsellerautorin, Gesundheitsberaterin sowie engagierte Umwelt- und Tierschützerin. 2003 zog sie mit 75 Jahren als Abgeordnete des Bündnis90/Die Grünen in den Bayerischen Landtag ein, wo sie bis April 2009 Altpräsidentin war.

„Total im Hier und Jetzt leben, jede Sekunde, die Freude leben wie den Schmerz – ich habe es getan, geweint und gebrüllt und schluchzend Bäume umarmt.“

Das Interview führte Petra Danner

Programmleitung Buch
Petra Danner
Barbara Rütting

Das Interview

PranaHaus: Sie haben mit 87 Ihre Biografie verfasst. Das macht ja neugierig. War es schwierig, alles noch einmal zu erleben?

Eigentlich hätte das Buch auch, „Pleiten, Pech und Pannen“ heißen können – denn davon gab es nicht wenige, unter anderem dank einer Astrologin, auf die ich besser nicht gehört hätte. Eine Autobiografie sollte ehrlich sein, sonst kann man es gleich lassen. Es war ein schmerzhafter Prozess – als hätte ich ein Jahr lang mit Fieber von gefühlten vierzig Grad gelebt. Da galt es dann erst einmal, Körper und Seele wieder auf Normaltemperatur herunterzukühlen.

Sie sind unglaublich engagiert in alle möglichen Richtungen, wie schaffen Sie das alles? Und was treibt Sie an, immer weiterzumachen?

Es ist wohl so eine Art „kategorischer Imperativ“ – es muss getan werden. Ich sehe mich als kleines, aber wichtiges Glied eines großen Ganzen, für das ich mitverantwortlich bin. Albert Einstein hat gesagt: »Wenn du ein glückliches Leben willst, verbinde es mit einem Ziel.« Ziel meines Lebens war und ist es nach wie vor, einen wenn auch kleinen Beitrag zu leisten, damit diese Welt ein wenig glücklicher wird. Und so ist es ein wunderbares Leben geworden. Trotz aller Irrungen und Wirrungen kann ich heute sagen: Was bin ich doch für ein Glückspilz! Ich sehe das Buch als Mutmacher – trotz aller Schicksalsschläge nicht aufzugeben!

Wir schaffen es zwar heutzutage, sehr alt zu werden, jedoch oft zugunsten der Pharmaindustrie: Viele Ältere konsumieren Unmengen an Tabletten und der Besuch bei den Hausärzten gehört zum Alltag. Sie aber haben auch mit fast 88 noch eine unfassbare Energie und können für viele ein Vorbild sein. Was ist Ihr Rezept – was haben Sie getan oder tun Sie noch, um so vital und geistig klar durchs „Leben zu toben“?

Seit meinem 17. Lebensjahr mache ich Yoga, ernähre mich seit über vierzig Jahren vegetarisch und seit einigen Jahren vegan. Im Laufe der Zeit kamen Qi-Gong-Übungen dazu, natürlich Meditation – inzwischen habe ich mir mein ganz spezielles Fitnessprogramm zusammengestellt. In einem Fitnesscenter war ich noch nie. Außerdem bemühe ich mich mit natürlichen Heilweisen immer wieder auf die Beine zu kommen.

Ich erlebe es oft, dass gerade der älteren Generation die Umstellung auf eine vegane Ernährungsweise oft schwerfällt – den Frauen, auf Käse zu verzichten, den Männern aufs Fleisch. Wie haben Sie selbst das bewerkstelligt und überkommt Sie nicht manchmal doch die Lust auf etwas „Tierisches“?

Anfangs fiel es auch mir schwer, Butter, Sahne und Käse vom Speiseplan zu streichen. Wenn ich mir aber vorstelle, dass ich durch diesen „Verzicht“ nicht länger daran mitschuldig bin, dass Tiere gequält und getötet werden, wiegt dieses Glücksgefühl den sogenannten „Verzicht“ auf. Meine Erfahrungen habe ich in dem Buch „Vegan & vollwertig“ beschrieben.

Sie sind ja auch Gesundheitsberaterin. Wie kam es dazu?

1970 wurde ich Vegetarierin, 1976 erschien mein erstes vegetarisches, nicht unbedingt vollwertiges Kochbuch. Es wurde ein Bestseller, obwohl alle meinten: Keine Fleisch-, keine Fischrezepte – wer soll denn so ein Kochbuch kaufen? Was kann man denn dann überhaupt noch essen? Ich war auf einen Bauernhof gezogen und konnte mir die Tiere, die ich nun hautnah kennenlernte, nicht mehr gesotten und gebraten auf dem Teller vorstellen: mein Zwerghuhnpärchen Herrn und Frau Nebbich am Spieß, Nachbar Gustls Lämmchen als Osterbraten – unmöglich! Hinzu kam, dass ich bereits mit dreißig Jahren die ersten Zeichen einer von meiner Mutter geerbten Rheumaerkrankung spürte und instinktiv fühlte, dass ich meine Ernährung auf vegetarisch umstellen musste. Meine in der Praxis erworbenen Kenntnisse wollte ich aber wissenschaftlich untermauert haben und so machte ich die Ausbildung zur Gesundheitsberaterin bei Dr. Max Otto Bruker. Es war eine der besten Entscheidungen in meinem Leben.

Sie hatten in der Zeit als Abgeordnete im Bayerischen Landtag ein Burnout. Wie kam es dazu?

Es gab einige Signale, die ich aber verdrängte und auf fehlende Netzfreischalter, geopathische Zonen am Bett, Strahlung durch den Computer etc. geschoben hatte. Das alles waren nur zusätzliche Krankmacher. Die wirkliche Ursache: Meine Arbeit im Landtag, die mir insgesamt schon ziemlich bald als zunehmend sinnlos erschien. Dieses Eingeständnis habe ich versucht, durch noch mehr Action nicht ins Bewusstsein gelangen zu lassen. Die Signale wurden stärker, die Zusammenbrüche häuften sich. Ich musste mein Mandat zurückgeben. Statt mit Marcumar und Betablockern, wie von den Ärzten empfohlen, sondern durch Naturheilmittel und mit Hilfe einer wunderbaren Naturheilklinik konnte ich mich langsam wieder aufrappeln.

Als öffentlicher Mensch werden Sie auch immer mal wieder für Ihr Anderssein angegriffen. Sei es, dass man Sie als „Querulantin“ bezeichnet, sei es für Ihre vegane Einstellung oder Ihre Ernährungstipps, die auch schon als „umstritten“ bezeichnet wurden. Verletzt Sie das oder lässt Sie das mittlerweile eher kalt?

Mein Filmpartner Klaus Kinski hat mir ein sehr gutes Motto hinterlassen: „Wer mich beleidigt, bestimme ich.“

Sie sind ja auch Trainerin für Lachen und Weinen. Wie kam es dazu?

Durch all meine Aktivitäten im Tier- und Umweltschutz und in der Friedensbewegung und das damit verbundene ständige Protestieren gegen Missstände hatte ich das Lachen verlernt. Ich fuhr nach Indien und machte in einem Bhagwan-Ashram die entsprechende Ausbildung. Ich halte Osho für einen der größten Therapeuten des letzten Jahrhunderts.

Würden Sie sich als spirituell bezeichnen?

Ist nicht jeder von uns – mehr oder weniger – ein spiritueller Mensch? Jeder hat im Grunde die Sehnsucht, ein guter Mensch zu sein, Gutes zu tun – und ist glücklich, wenn ihm das einigermaßen gelingt. Spirituell zu sein bedeutet für mich, achtsam zu ein, mir selbst, aber auch allen anderen Menschen gegenüber, ebenso den Tieren, den Pflanzen, der Erde, alles so zu behandeln, wie ich selbst behandelt werden möchte. Bedeutet, mich ständig weiterzuentwickeln, ein Leben lang – möglichst mein ganzes Potenzial zu entfalten, total im Hier und Jetzt zu leben – und mich immer wieder infrage zu stellen, alles loszulassen, was nicht (mehr) zu mir passt. Das habe ich bei Bhagwan (Osho) gelernt, ich hinterfrage täglich: Bin ich die, für die ich mich halte? Ein nicht endender, faszinierender und oft schmerzhafter Prozess, der mir immer besser gelingt, je älter ich werde.

Bei PranaHaus nimmt das Thema „Tod“ einen großen Stellenwert ein: Haben Sie Angst vor dem Tod? Wie gehen Sie damit um und glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?

Schon als kleines Mädchen war ich mit dem Tod konfrontiert, weil unser Haus direkt neben dem Friedhof lag und ich dadurch viele Begräbnisse miterlebte. Schon damals hatte ich das Gefühl, der physische Tod ist nicht das Ende, die Seele lebt weiter. Ob ich an ein Leben nach dem Tod glaube? Ich glaube an gar nichts, halte aber auch nichts für unmöglich.

Was sind Ihre nächsten Projekte, haben Sie Pläne oder schaffen Sie es im Hier und Jetzt verankert zu bleiben?

Jetzt mache ich erst mal Urlaub …

Haben Sie noch eine persönliche Botschaft für die PranaHaus-Leserinnen und -Leser?

Ein pralles Leben führen, viel lachen und weinen, neugierig und immer begeistert sein – und nicht am Leben hängen.

Herzlichen Dank liebe Frau Rütting für Ihre Zeit.

©PranaHaus GmbH

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